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Das Stammbuch No.II der Grube Stahlberg
9.1.1819 bis 14.12.1847 Eine Besonderheit für den deutschen Bergbau stellen die heute noch vorhandenen Gästebücher der Grube Stahlberg dar. In den erhaltenen 3 Büchern von 1819 bis 1931 findet man die Autographen vieler Persönlichkeiten aus den Bereichen der Wissenschaft, Industrie und Politik. Der Besucherandrang zur Besichtigung des Etagenbaus auf dem Stahlberger Gang war Mitte des 19. Jahrhunderts so groß, dass ein Fremdenführer von der Gwerkschaft Stahlberg abgestellt wurde. Besonders interessant ist ein Eintrag anlässlich des Besuchs von Wilhelm Prinz von Preußen am 2. September 1819. Folgende Personen hinterließen anlässlich dieses Besuchs ihre Unterschrift auf der ersten Seite.

Wilhelm Prinz > *1797 - + 1888 ab 1871 Kaiser Wilhelm I #
L. Vinke Oberpräsident > *1774 - +1844 1.Oberpräsident Westfalens #
Prittwitz Major > *1790-+1871 Karl v.P. Preuß. General der Infantrie #
Fr. Graf von Westphalen #
Schlieffen Hauptmann und Adjudant seiner königl. Hoheit #
W. Schwarzkoppen Oberforstmeister zu Arnsberg #
v. Schenk Landrat > Wolfgang Friedrich 1816-1846 Landrat Kreis Siegen #
Oberbergrat Becher > *1752-+1831 Verf. der mineralogischen Beschreibung der Nassau Oranischen Lande #
C. Graf von Westphalen #
XYZ Graf von Westphalen #
Berghauptmann Beust > Ernst August *1783-+1859 / Erster Berghauptmann des rheinischen Oberberamts ab 1840 Oberberghauptmann und Direktor für das Berg- Hütten und Salinenwesen im preuß. Staat. #
Noeggerrath #
Jung Bergmeister #
v.Knobloch Leutnant im Rheinischen #

Einige Seiten weiter befindet sich ein weiterer bemerkenswerter Eintrag. Johann Philipp Becher (1752-1831), der Verfasser der "Mineralogischen Beschreibung der Oranien-Nassauischen Lande" und Oberbergmeister für das Oberbergamt Bonn, besuchte zum wiederholten Male die Grube Stahlberg und hinterließ folgende Worte: "...Bey der heutigen General Befahrung den 23.ten September 1822 bemerkt der unterzeichnete Oberbergamtliche Commisarius daß er in der Mitte August 1772 den stahlberg das erste Mahl befuhr, sind 50 Jahre, schreibe fünfzig Jahre mit Beyfügung des herzlichen Wunsches daß alle Mitgefahrenen ihn darin noch überreichen mögen. Glückauf seinem alten Freunde dem uralten Stahlberg Der Oberbergrath Becher aus Bonn..." Becher befand sich bei seinem ersten Besuch 1772 noch im Selbststudium des heimischen Berg- und Hüttenwesens welche er 1774 an der Bergakademie in Freiberg / Sachsen abschießt. 1780 beginnt seine Laufbahn als Sekretär bei der nassauischen Berg und Hüttenkommision. Ein Jahr nach seinem letzten Besuch in Müsen anlässlich der Einweihung des Martinshardter Revierstollens 1826 geht Becher auf eigenen Wunsch im Alter von 75 Jahren in den Ruhestand. |